Wintersommer (Michael Vogtmann)

Das Buch

Taschenbuch: 260 Seiten
Verlag: Allitera Verlag (erschienen am 25. April 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978 – 3869068381 oder 3869068388
Alter: Erwachsene
Klappentext:
Zwei verbitterte Rivalen, zwei hasserfüllte Dörfer der ideale Stoff für große Literatur und große Tragödien. Keiner wusste es besser als Shakespeare, dessen Klassiker »Romeo und Julia« in dem unterfränkischen Dorf Sommerhausen aufgeführt werden soll. Friedrich Fichte, ein junger Llehrer, hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, die feindseligen Dörfer Winterhausen und Sommerhausen einander näherzubringen. Mit viel Mühe und Aufwand stellt er daher eine Theatergruppe mit Schülern aus beiden Ortschaften zusammen. Er hat alle Hände voll zu tun mit seiner pubertären Akteursschar, der er nicht nur die Flausen, sondern auch den Dialekt austreiben muss. Schließlich ist es so weit, der große Abend steht bevor. Doch eine Sache ist bei der Premiere anders als bei den zahlreichen Proben: Julia wacht nicht mehr auf

Mein Fazit

Inhalt:
Die Hürden, die Fritz und seine Theatergruppe nehmen mussten sind zwar 1974 – aber leider euch heute noch in vielen Dörfchen und auch (leider) in den großen Ländern und Weltmächten zu spüren.
Ich finde Herr Vogtmann hat das Thema Feindschaft und Hass sehr schön umgesetzt. Die entstehende Liebe zwischen Rosie und Erich war auch ein sehr schönes Beispiel dafür, dass Liebe eben nicht fragt, wer oder was oder woher jemand kommt – sie entsteht einfach.
Beim Schuss bin ich sehr erschrocken. Also bei dem zweiten. Ich konnte gar nicht mehr aufhören mit weiterlesen und hab somit das ganze Buch in einem Abend gefressen.
Die Geschehnisse nach dem Schuss sind schön emotional und mitreißend beschrieben. Was Fritz alles über sich ergehen lassen muss und wie sehr er darum kämpft, dass nicht Erich als Tatverdächtiger stehen gelassen wird. Der Selbstmord macht es den Ermittlern natürlich schwer etwas zu erfragen, doch finde ich die Kombinationsgabe von Fritz sehr schön – zwar leicht laienhaft in mancher Hinsicht, aber er hat ja auch Geschichte und nicht Kriminologie studiert.
Durch die Missgunst, die nun aufgrund der Tragödien in beiden Dörfern gehegt wird, verleitet alle zu neuem Hass und zu kriegerischen bzw provokativen Handlungen. Doch Fritz gibt nicht auf und seine Hartnäckigkeit wird am Ende belohnt. Der wahre Täter zeigt sich selbst, auch wenn Fritz von ihm erstmal schön einstecken darf.
Nachdem der wahre Täter gefunden wurde, fällt es den beiden Dörfern leichter, den langen Zwist doch endlich Stück für Stück abzulegen.

Sprache und Stil:
Der Schreibstil bzw der Dialekt ist sehr schön. Grade für gebürtige Bayern, die in anderen Bundesländern leben ist das neben Rita Falk echt sehr schön zu lesen. Ich war positiv überrascht, wie sehr man sich in Fritz hineinversetzen kann, obwohl die Handlung ja eigentlich in dritter Perspektive erzählt wird.

Fazit:
Ein sehr schöner, langsam beginnender Kriminalroman, der diesmal nicht mit einem Kommisar in der Hauptrolle geschmückt wird. Ich fand das Buch so fesselnd, dass ich es binnen eines Abends/Nachts gefressen habe. Auf jeden Fall für jeden Dorfkrimifan eine Empfehlung wert!

Ich vergebe vier von fünf Sternen.

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